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Menschen, die für den Glauben brennen

Statements von Teilnehmern der Exkursion in die Bistümer Essen, Magdeburg und Erfurt.
Menschen, die für den Glauben brennen
Menschen, die für den Glauben brennen
© Bistum Limburg

Die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit hat nach der Exkursion in die Bistümer Essen, Magdeburg und Halle (15. Mai bis 19. Mai 2019) Teilnehmer nach ihren Eindrücken gefragt. Wir dokumentieren hier verschiedene Statements. Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Namen. 

Die Termine in St. Jakobus Oberhausen, im Petershof Duisburg Marxloh, in Halle und in Erfurt waren geprägt von der Begegnung mit Menschen, die für die Sache des Glaubens brennen und hierbei neue und ungewöhnliche Wege gehen im Miteinander von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen. Mein Fokus richtete sich aber auf den Besuch im Elisabeth Gymnasium in Halle.

Die Schule lebt in einem stark säkularisiertem gesellschaftlichen Kontext, bei einem Katholikenanteil in der Bevölkerung von gut 3 Prozent. Evangelische Christen sind mit etwa 9 Prozent vertreten. Diese Struktur der Religionszugehörigkeit in einer Stadt mit knapp 250.000 Einwohnern findet sich leicht abgeschwächt auch in der Bekenntnisstruktur von Schulleitung, Kollegium, Schülerschaft und Eltern wieder. Gleichwohl wurde deutlich, dass es sich hier um eine profilierte katholische Schule handelt, die sich als missionarisch geöffnet versteht. Das Leitbild für das Bistum hat Bischof Dr. Gerhard Feige in dem Wort von der „Schöpferischen Minderheit“  zusammengefasst. Das Elisabeth Gymnasium versteht sich als Kirche an einem anderen Ort. Ja, sie ist ein Ort der Kirche, an dem der Dialog in die Gesellschaft hinein gelebt wird und eine wertorientierende Erziehungs- und Bildungsarbeit gestaltet wird. Damit bildet sie für mich etwas ab, was in den nächsten Jahren auch auf uns im Bistum Limburg zukommt.

Es geht darum, in einem immer säkularer werdenden Feld mit einem hohen Maß an Vielfalt der Zugehörigkeiten gemeinsame Orientierungen zu finden und den christlichen Glauben in seiner katholischen Gestalt wie einen roten Faden im gesamten Schulalltag und in der Schulgemeinde zu leben. Ich schätze das als einen nicht einfachen Weg ein, und wir werden noch manche Ängste und Befindlichkeiten hier überwinden müssen.

Da mag der Blick in das Bistum Magdeburg aber auch in die Weltkirche ermutigen. Katholische Schulen gibt es weltweit in vielen Regionen in denen katholische Christen eine große Minderheit darstellen, beispielsweise in Usbekistan, Pakistan und Indien. Trotzdem bringen diese Schulen in ihrer inneren Vielfalt das Evangelium und den katholischen Glauben zur Sprache. Das Kirchenjahr wird gelebt und das Engagement für den Nächsten und die Gesellschaft miteinander eingeübt und vorgelebt.

Zentral ist immer das Anliegen, eine gute Schule für die Menschen zu machen und damit einen Dienst an der Gesellschaft zu leisten. Dies geschieht für mein Empfinden in dem Vertrauen, dass der gute Samen, den der Sämann auswirft, nicht nur auf Gestein und Dornen fällt, sondern hier und da aufkeimen wird. Dabei geht es wie in Halle darum, die weltanschauliche und interreligiöse Pluralisierung konstruktiv als einen Auftrag zu erkennen und zu einem gemeinsamen Bildungs- und Erziehungsprojekt zu entwickeln. Die sich so verstehende „Dialogschule“ in Halle achtet hierbei auch besonders auf ihre Vernetzung mit den anderen Orten der Kirche, so im Dekanatsrat und in der Kooperation mit der Katholischen Akademie.

Ein ermutigender Einblick; Kirche für andere wird hier sichtbar in einer Schule für die vielen und damit auch für die anderen. Ich habe dieses Schulangebot gleichzeitig als Ort der Sammlung wie auch der Sendung erlebt.

Während der Exkursion war für mich beeindruckend zu sehen und zu erfahren, dass Kirche an Stärke und Profil in der Minderheit gewinnt, wenn sie bereit ist aus vertrauten Räumen herauszugehen, sich den veränderten Gegebenheiten stellt und die konkreten Herausforderungen vor Ort in den Blick nimmt. Besonders deutlich wurde dies für mich in Halle. Hier haben wir das katholische Gymnasium und das katholische Krankenhaus besucht. Sie stehen für die vielfältigen Orte von katholischer. Kirche, deren christliche Ausrichtung klar erkennbar ist, die aber offen sind für alle Menschen – dies gilt sowohl für die Besucher/innen der Einrichtungen als auch der Mitarbeiter/innen.  Im gegenseitigen Respekt wird die eigene Identität gelebt, lädt aber gleichzeitig zum Fragen und Suchen ein.

Katholische Kirche in Halle sieht sich selbst als „schöpferische Minderheit“, die zusammen mit verschiedenen Partnern „aus der gewohnten Rolle des Gastgebers“ heraus „in die Rolle eines Gastes im Leben“ der Mitmenschen treten möchte. Hier wird für mich ein grundlegende Perspektivwechsel sichtbar. Das Miteinander geschieht auf Augenhöhe. Kirche wird zum Partner, erfährt sich gleichermaßen als Lernende und Befragte, aber auch als reich Beschenkte.

Ein spannendes Projekt in Halle sind auch die ökumenischen Feiern der Lebenswende für Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse, die in einer Kirche stattfinden. Auch hier ist gut zu sehen, was es meint als Kirche „Gast im Leben eines Menschen zu sein". In Vorbereitung auf ihre Feier beschäftigen sich die Jugendlichen mit Fragen zu ihrer Identität, ihren Wünschen, Hoffnungen und Erwartungen an das Leben. Damit verbunden natürlich auch die Frage nach dem, was Sinn und Orientierung gibt. Dies bringen sie in der Lebenswendfeier zur Sprache. Am Ende steht der Segen. Einmal mehr wird bei diesem Projekt sichtbar, wie wichtig es ist, dass wir als Kirche sprachfähig sind.